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300_woldegk_ausbauten_thb.jpgDas Interesse an Regionalgeschichte ist beträchtlich gewachsen. So brauchte die Geschichte der Vorwerke von Wolfshagen seit ihrem Erscheinen im Vorjahr drei Auflagen, um das Leserinteresse zu stillen. Autor Ulrich Ratzke wendet sich in seiner neuen Publikation der Historie der landwirtschaftlichen Ausbauten von Woldegk, Strasburg und Prenzlau zu. "Sie umranken diese Städte an den äußeren Feldmarksgrenzen wie ein lockerer Kranz. Es handelt sich um kleine und kleinste, in sich geschlossene Ortschaften", so der Woldegker. Sie gehen nach seiner Ansicht letztlich auf das Oktoberedikt 1807 zurück. Mit den preußischen Reformen begann bekanntlich am Anfang des 19. Jahrhunderts in Brandenburg-Preußen ein staatlich gelenkter Landesausbau. Zu den Veränderungen in der ländlichen Siedlungsstruktur zählt ein über Jahrzehnte andauerndes Entstehen neuer Ortschaften, Vorwerke und Ausbauten. Der Autor würdigt die Gründung der Ausbauten als "eine bedeutende landwirtschaftliche und kulturelle Aufbauarbeit, die bis in die heutige Zeit wirkt". Der Band überzeugt den Leser mit außergewöhnlichem Neuigkeitswert, mit Faktenreichtum und neuen Facetten in der Stadtgeschichte von Woldegk, Strasburg und Prenzlau. Martin Ratzke trägt mit seinen Fotos zum plastischen Bild der Ausbauten bei, die allerdings eine bedeutend bessere Druckqualität verdient haben. Da systematische Aufzeichnungen zum Thema weitgehend fehlen, die Quellenlage schwierig ist, verdient die intelligente Recherche von Ulrich Ratzke hohe Anerkennung. Aus zum Teil dürftig überlieferten Informationen sowie Daten beschreibt er lebendig und anschaulich Entstehen, Entwickeln und Vergehen von 53 Ausbauten. Die Neuerscheinung beginnt mit einer gelungenen Betrachtung der Historie der kleinsten Ortschaften vorm Hintergrund gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Entwicklungstrends. Die Wurzeln reichen in die Zeit des bisher größten Flur-Umgestaltungsprozesses, der "Gemeinheitsteilung/Separation" im Wesentlichen zwischen 1840 und 1875, zurück. Ulrich Ratzke arbeitet präzise Gemeinsamkeiten wie Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Bauern heraus. Alphabetisch geordnet, erscheinen Lage, Geschichte, Struktur, Personal, Tierbestand und Ausrüstung mit Maschinen der landwirtschaftlichen Ausbauten. Der Leser erfährt kleinräumige Geschichte in Gestalt von Geschichten, Erinnerungen sowie Familien- und Menschenschicksalen. Gewinne und Verluste beim Wachsen und Vergehen kleiner Ortschaften im regionalen Kontext in der ostmecklenburgischen-nordwestbrandenburgischen Landschaft werden deutlich. Ratzke entrollt ein historisches Leporello von erzählerischer Kraft und schillernder Farbigkeit, schreibt ein Kapitel wieder gewonnener Historie in den Überlagerungszonen von Agrar-, Stadt- und Dorfgeschichte. Das Buch ist ein wertvoller Beitrag zur Regional- und Landesgeschichte.
Quelle: Nordkurier | Autor: Tremper Jürgen 
 
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Ausbauten von Woldegk, Strasburg und PrenzlauDie Vorwerke von Wolfshagen
  
 

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